Fliegen mit Blick auf den Atlantik

menez-hom-2014H. Weber Bei der Planung meiner Ferien an der Atlantikküste in Frankreich habe ich mich vorgängig im Internet nach Hangflugmöglichkeiten informiert. Immer wieder tauchte in den Foren der Name Menez Hom auf, das ist mit 330 Meter der höchste „Berg“ in der Bretagne und äusserst beliebt auch bei Gleitschirmfliegern. Also fuhr ich nach der Besichtigung der Invasionsstrände in der Normandie (Omaha Beach) südwärts zur Bucht von Brest, wo der Menez Hom unweit der Küste liegt. Gegen Abend so um 18 Uhr kam ich in diese Gegend und wollte eigentlich zuerst einen passenden Campingplatz suchen. Aber als ich den ersten Wegweiser „Menez“ und kurz darauf Gleitschirme in der Luft sah gab es kein Halten mehr, ich fuhr gleich rauf. Was für ein Anblick, der Himmel voller „Sackhüpfer“, westlich glitzerte der Atlantik in der Abendsonne und hinter dem Gipfel in nordöstlicher Richtung vergnügten sich ein halbes Dutzend Modellflieger über der Ebene mit dem Fluss Aulne. Dort unten liegt übrigens auch der Flugplatz von welchem die Afghanistan-Einsätze starten, und bei der Einmündung in den Atlantik befindet sich der U-Boot-Hafen des Militärs. Vom Parkplatz zum Fluggelände sind es etwa zehn Minuten, da habe ich gleich die Arieta flugbereit gemacht und diese nach einer freundlichen Begrüssung und Beschnuppern des Geländes in die Abendsonne gestartet. Es war dann etwas spät, so um zehn vor zehn, als ich unten an der Küste bei einem Campingplatz um Einlass bat… es hat geklappt. Der war super gelegen, 7 Kilometer mit dem Auto in knapp zehn Minuten zum Berg hoch, und der Strand lag gleich vor dem Eingang des Platzes. Am zweiten Tag geschah mir ein Missgeschick. Die Kabinenhaube an der ASW habe ich nicht richtig arretiert und beim ersten Looping war sie weg, nun ist auch meine Blondine endgültig weg, die hat ja schon viel erlebt. Jetzt probiere ich es dann mit einer Brünetten, mal schauen ob die mir länger treu bleibt. Da ich aber unbedingt am nächsten Tag wieder fliegen wollte, musste eine Ersatzhaube her. In einem unbeobachteten Moment steckte ich meinen Kopf in den Abfallcontainer des Campingplatzes und fand dort eine grosse Petflasche. Aus dieser habe ich dann mit Schere und Klebeband eine Ersatzhaube gebastelt. Im Flug sah man das nicht, der folgende Tag war wiederum traumhaft. Nach 3 Tagen zog es mich weiter südwärts (ca. 660 km) zu meinem eigentlichen Ziel Biscarrosse, wo ich auch die Düne Pilat befliegen wollte. Von meinem Standort in Biscorrasse-Plage packte ich dann eines Tages den Rucksack mit der Alula und fuhr mit dem Bike etwa 20 km nordwärts zur höchsten Düne Europas, 108 Meter hoch. Der Aufstieg über die 160 Treppenstufen schafft man locker, aber der Weitermarsch zum eigentlichen Gipfel im feinen Sand ist happig. Die Aussicht auf den Atlantik und das Hinterland mit den endlosen Wäldern ist einmalig. Der Wind war schwach, aber für die Alula hat‘s für einige wunderbare Flüge gereicht, diesen Anblick von Wasser und Cap Ferret als Kulisse werde ich nicht vergessen.

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