Grosse Scheidegg 2015- vom Winde verweht und vom Regen gesprüht…

kollage-Scheidegg-2015-smallE. Japichino Am 19. Juni 2015 finde ich mich um 9 Uhr morgens bei der Autobahnraststätte Deitingen ein. So ist es mit Gogi, Jens, Kurt und Günti abgemacht. Dies klappt auch vorzüglich und wir fahren im Konvoi los gen Grosse Scheidegg. Unterwegs noch der obligate Pinkel- und Kaffeehalt, bevor es dann die gewundene Strasse nach Grindelwald hoch geht. Das Wetter ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. In Grindelwald angekommen essen wir im „Wetterhorn“ fein zu mittag. Gogi kann seine Flugsehnsucht nicht bändigen und fährt gleich hoch zur GS, ohne Mittagessen bei Beatrice, der früheren Wirtin des Berggasthauses. Man plaudert und witzelt und erfährt so dies und das. Dann nehmen wir den letzten Strassenabschnitt unter die Räder. Gemächlich hinter dem Postauto, welches uns die Strasse frei räumt, steigen wir zur GS hoch. Oben angekommen staunen wir nicht schlecht. Es regnet nicht, aber dafür weht ein kräftiger Wind von Grindelwald, also von Westen her. Die Modelle, welche in der Luft sind, werden ganz schön durchgeschüttelt. Nö, dazu haben meine Modelle keine Lust. Zuerst mal im Gasthaus einchecken. Jan begrüsst uns ganz herzlich und lädt uns zu einem Apéro ein. Ich entscheide mich für einen Schluck Weissen. Bei diesem Wind ist eine Bruchlandung oder eine verlorene Nase ja sowieso fast sicher. Nach dem beziehen der Zimmer gehen wir raus, begrüssen die anderen, welche bereits am Donnerstag angereist sind und stellen fest, dass das Wetter besser geworden ist, der Wind jedoch tendenziell sogar noch einen kleinen Zacken zugelegt hat. Da sehe ich Gusti mit seinem CROSSFIRE herumheizen und denke bei mir, dass das genau das Wetter für meine Bestie ist. In aller Ruhe gehe ich mir etwas warmes anziehen und stecke meinen PACE zusammen. Bei diesen Bedingungen darf die Bestie sicher etwas schwerer sein wie normal. Also gleich mal 600 Gramm Ballast in die Aufnahmen. Boah, 3800 Gramm hochtragen ist nicht ohne.

Oben am Startplatz angekommen, begrüsse ich noch diejenigen, welche ich noch nicht gesehen hatte. Die, welche schon die längste Zeit am fliegen sind. Aufgrund der schlechten Erfahrungen mit Voll-GFK-Modellen hier oben, habe ich etwas Hemmungen, mein edles Teil raus zu schmeissen. Vor allem vor der Landung graut es mir. Die Anderen fliegen wie die wilden herum, es trägt wie wild und das steckt mich an. Was soll’s, die Bestie ist auch nur aus Kohle! Tragriemen anziehen, Steuerung auspacken und anhängen, einschalten, Empfängerstromversorgung einstecken, Rudercheck, BEREIT! Ich gehe zur Hangkante und übergebe meine 3,8 kg Bestie seinem Element. Zu Beginn noch etwas schüchtern lasse ich meinen V4 seine Runden drehen, höhe gewinnen. Ja, der Wind rüttelt gewaltig am Modell, welches sich aber völlig unbeeindruckt davon zeigt. Ein paar schnelle Vorbeiflüge zeigen, was in dem Teil steckt. Herrlich wie das Ding fliegt. An der Hangkante wird miteinander abgesprochen, wer von wo wie vorbei fliegt und seine Flugkünste zeigt. Herrlich. Dann setze ich zur Landung an. Zum Glück geben mir meine Kollegen Tipps, welche ich sogleich beherzige. Relativ hoch fliege ich ins Lee und steche mit meinem PACE durch die Turbulenzen, setze die Butterfly-Klappen, und komme fast noch zu kurz. Schnell wieder raus mit den Bremsen und da liegt das Ding friedlich im Gras. Alles noch dran, vor allem die Nase. Herrlich ist es Kurt zuzuschauen, wie er seinen Nuri die TIGRA fliegt. Er ist an diesem Freitag nicht der einzige mit einem Nurflügler. Einige Mitglieder der IG Nurflügler sind auch am fliegen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, dass Flügel auch ohne Kreuz- oder V-Leitwerk fliegen, und wie!

Nach einem aufwärmenden Kaffee, geht es wieder zum Startplatz. Diesmal gehe ich mit Gusti an den Platz, wo der Wind unten nicht so stark weht, aber man trotzdem in die Auftriebszone fliegen kann. Und nun geht ein Spektakel los, wie ich es noch selten erlebt habe. Gusti übergibt seinen CROSSI dem Element. Dieser steigt im Geradeausflug kontinuierlich. Mein PACE schliesst sich ihm an. Gusti schaltet ab und zu das Vario ein, um die Höhe zu erfahren. Biiip, 200 m biip 250 m gibt die freundliche Dame durch. Und dann packt es Gusti und mich. Wir lassen unsere Modelle von weit oben voll durchziehen, vor uns vorbei um dann die Geschwindigkeit in Höhe umzusetzen. Da sich die Sonne nun vermehrt zeigt, ist das Steigen noch besser geworden. Nach jedem schnellen Vorbeiflug kann man die Energie locker so gut umsetzen, dass man gleich wieder zum nächsten Fräs ansetzen kann. Dabei zeigt es sich, dass mein Entscheid, dem V4 600 Gramm zuzuladen goldrichtig war. Einmal in Fahrt, waren die 3,8 kg Bestie kaum mehr zu bremsen. Nach dem Fräs beim Hochziehen, will das Teil wieder auf die Ausgangshöhe! So verbringen Gusti und ich 45 Minuten, welche wie im Fluge vergangen sind. Zwischendurch musste mich Jens davor retten, nicht den Hang runter zu kullern. Ich will einem Auto ausweichen, trete einen Schritt vor, und verliere das Gleichgewicht. Zum Glück packt mich Jens am Tragriemen und hebt mich wieder auf die Strasse. Zum Glück habe ich meinen V4 danach gleich wieder in der Luft gefunden. Gusti und ich laufen der Strasse entlang Richtung Berggasthaus um unsere Modelle zu landen. Beim Eindrehen schüttelt es den PACE auch mal richtig durch, ich sehe ihn bereits ohne Nase am Boden liegen. Aber wie die erste Landung, gelingt mir auch diese, den gutmütigen Flugeigenschaften des PACE sei dank, gut.

Nach dem Einräumen und Reinigen der Modelle, machen wir uns auf ins Restaurant, um zu Abend zu Essen. Anderst wie das letzte Jahr, bestand diesmal die Möglichkeit, à la carte zu bestellen. Die meisten von uns entscheiden sich für Schnitzel-Pommes frits. Das war ein guter Entscheid! 2 Schnitzel neben einem Haufen Fritten wurden serviert. Schnell wurde es ruhig in der Runde, da alle damit beschäftigt sind, das feine Essen einzunehmen. Später am Abend kommen noch Beatrice und Carmen, die ehemalige Wirtin und die Serviertochter, zu Besuch. Wir sitzen am runden Tisch und lauschen den Geschichten von früher, den Anekdoten und lachen zwischendurch ganz herzlich. Jan gesellt sich auch zu uns mit einer Runde Aprikosenschnaps. Und nach dem einen oder anderen Appenzeller geht es dann ins Bett.

Der Samstag ist schnell erzählt. Feines Frühstück, mit Ei, und dann Regen – Regen – Schnee – Regen! Die Einen fahren mit dem Postauto nach Grindelwald, die anderen machen ein Schläfchen und träumen vom Vortag und freuen sich aufs Abendessen. Tomatencreme-Suppe, Salat, Steak mit Rösti und eine Crêpe stehen auf dem Speiseplan. Es hat (fast) allen sehr gut gemundet und satt ist auch jeder geworden. Ein paar Appenzeller als Verdauungshilfe und dann am Kissen horchen.

Der Sonntag beginnt, wie der Samstag aufgehört hat. Nach dem reichhaltigen Frühstück entscheiden sich die Einen, den nach Hause Weg einzuschlagen, die Anderen, mit dem Postauto ins Restaurant Schwarzwaldalp Mittagessen zu gehen. Scheinbar ist Petrus mit diesen Herren holde gesinnt, da es am Nachmittag scheinbar wieder fliegbar ist. Ich habe mich vom regennassen Acker gemacht und einen ruhigen Nachmittag zu Hause verbracht.

Somit ist das Weekend 2015 Geschichte. Doch das nächste folgt bestimmt. Und zwar am

25./26. Juni 2016

Da das Wetter dieses Jahr nicht so Hammer war, Kilian nicht mitgekommen ist, gibt es weder ein Gruppenbild, noch viele Bilder. Aber einige wunderbare Erinnerungen.

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