Die Nacht der scharfen Augen; 2. Indoor-Night 19.12.2015

DSCF6539E. Japichino Eigentlich habe ich ja abgemacht gehabt, bereits um 16 Uhr vom 19. Dezember, welcher sich wie ein 19. März oder April anfühlt, in der Breitenhalle in Rothrist zu sein. Eigentlich. Kurz vor 4 erreicht mich eine WhatsUp von Chai, es reiche, wenn ich so gegen 18 Uhr eintrudle. Chai ist der eine der beiden „jungen“ Mitglieder, welche die Indoor-Night ins Leben gerufen haben. Kurz vor 18 Uhr bin ich da. Licht ist in der Halle. Ich weiss auch schon, wer da bereits am üben ist, obwohl er es gar nicht nötig hätte. Das andere „junge“ Mitglied, welches dafür gesorgt hat, dass wir in Rothrist eine eigene Indoor-Night haben. Schär, Andreas Schär, sein Name! Nachdem ich meine 3 Modelle, eines davon für den Kreativitäts-Flug-Event STAUNER, meine Ladekiste und die Fernsteuerung, sowie die 6er BIALETTI für den Espresso in die Halle gefugt habe, nutze ich natürlich die Gelegenheit, um meine Fluggeilheit los zu werden. Und das, ohne Risiko, von einem Senn abgeschossen zu werden. So kann ich auch in aller Ruhe mein STAUNER-Modell einfliegen.

Eigentlich wäre diese Indoor-Night so zu beschreiben, wie alle anderen Indoor-Anlässe auch. Es wird geflogen, kaputt gemacht und so weiter. Wäre da nicht dieses ominöse STAUNER!

Nach und nach trudeln die Mitglieder und die eingeladenen Gäste ein. Wie auf Nadeln erwarte ich Gogi, welcher ja bereits seit langem angedroht hat, ein Modell für den STAUNER zu bauen. Was wird er da präsentieren? Nur seine 2 Normal-Modelle trägt er rein. Echt jetzt? Ich kann meine Neugier kaum mehr zurück halten und spreche Gogi natürlich darauf an. Sein Ehrgeiz erwacht und er holt sein STAUNER-Modell aus seinem Auto. Ich staune nicht schlecht, als ich sein Modell sehe: Ein Papierkorb? Nein, ein DSCF6541Zylinder mit im inneren, vorderen Bereich den Antrieb, und im hinteren Bereich ein Seiten- und Höhenruder. Schnell sehe ich ein, dass Gogi da etwas enorm kreativeres wie mein Pylon-Racing-Modell kreiert hat. Da bisher noch niemand sonst ein STAUNER-Modell präsentiert hat, einigen wir uns schnell auf die Rangfolge: Er Erster, ich zweiter und letzter! Aber wir haben die Rechnung nicht mit den Wirten gemacht! Sch….öne Sache!

Da ist nämlich plötzlich Chregu mit einer Depron-B-2 mit Mittelmotor-Antrieb da. Gogi und ich staunen nicht schlecht, als uns Chregu, ja genau, unser Kassier, mitteilt, dass er mit diesem Teil beim STAUNER antreten will. Mein Mr. Hyde denkt, dass Gogi und Chregu zwar die kreativeren Modelle haben, aber bezüglich Flugleistung? Ha, da können Sie was erleben.

Da ist auch plötzlich Andreas, der Dritte, da. Er hat einen Nachbau der Pilatus-Porter mitgebracht. Alles Eigenbau. Schwer, gross, vermutlich schnell! Mein Mr. Hyde grinst innerlich bereits wieder. DAS Teil? In der Halle? Wohl kaum, oder?

Da taucht auch noch Alexander auf. 3 Modelle unter dem Arm. Eines davon habe ich bisher noch nie in der Halle gesehen. Toll, denke ich, die haben mal was anderes gebaut, wie ihre robusten Indoor-Teile. Ja, genau! Alex präsentiert einen Nachbau eines Papierfliegers in Depron! Ja, Mr. Hyde, noch nicht eingeflogen! He, he, he ….

Und als wäre das nicht schon genug, kreuzt Hans mit einem eigens für das STAUNER in der letzten Woche gebauten Modells auf, um es beim STAUNER noch anzumelden. Nein, Mr. Hyde, keine Gefahr!

Die STAUNER-Modelle werden im Eingangsbereich ausgestellt. Jedes erhält eine kleine Nummer, welche mir Sibylle vorbereitet hat. So lassen sich die Modelle über die Nummern identifizieren. Nicht über die Besitzer. Oder so. Und vor dieser imposanten Kulisse, bestellen wir bei Chai das Essen. Poulet-Flügeli, Pizza mit und ohne Salat, Döner-Box mit Cocktail-Sauce, Dürum und Döner mit Taschenbrot sind so das begehrte. Und alle nutzen die Gelegenheit, die von Heinz Schär gesponserten Getränke zusammen mit dem feinen Essen zu geniessen. Hier nochmals einen ganz herzlichen Dank an Heinz für das Sponseren der Getränke und Chai für das Sponseren der Hallenmiete. Während des Essens wird heftig diskutiert, disputiert, gelacht und man zieht einander etwas auf. Klar nutzt der Eine oder Andere die Gelegenheit, wenn alle beim Essen sind, die Halle für sich und sein Modell zu nutzen. Ich informiere die am Festbank, zur Verfügung gestellt von der Fa. Bär, sitzenden darüber, dass ab ca. 10 Uhr die Flugwertung der STAUNER-Modelle stattfindet. Nach dem Essen verteile ich die Bewertungsblätter. Bis zur Flugwertung werden die Modelle bezüglich Kreativität beurteilt. Es entsteht etwas Hektik um die STAUNER-Modelle herum. Der Eine oder Andere Spruch fällt, gefolgt von Riesengelächter. Mr. Hyde, unser Modell fällt in Sachen Kreativität negativ auf!

10 Uhr. Ich konnte die meisten Piloten überzeugen, dass jetzt die STAUNER-Modelle präsentiert werden. Als der letzte landet, legen wir los. Ich eröffne mit der Nr. 1 den Reigen. Mein STAUNER-Modell hebt ab und zieht gemütlich seine Runden. „Ist etwas langsam, für ein Pylon-Racing-Modell!“ tönt es von der Zuschauer-Bank her. Ich gebe vollgas! Da entwickelt das STAUNER-Modell ein eigenartiges Eigenleben. ….und Peng, liegt es am Boden. Verhaltener Applaus, gemischt mit spitzen Bemerkungen machen die Runde. Ich verräume mein STAUNER-Modell.

Mit der Nummer 2 geht Andy an den Start. Alle Zuschauer geben ihm noch letzte Anweisungen, was seinen Puls noch mehr in die Höhe treibt. Er stellt den Pilatus-Porter vor der hinteren Wand auf, holt noch seine Brille, was natürlich auch mit spitzen DSCF6530Bemerkungen kommentiert wird, und stellt sich hinter die Pilotenbank. Er gibt gas! In dem Moment, wo das Modell abhebt, ertönt ein Riesengejohle von der Zuschauerbank. Das Modell bricht jedoch rechts aus und küsst die Sprossenwand. Mr. Hyde rechnet sich schon wieder Chancen aus. Aber Andy wäre nicht Andy, wenn er nicht noch einen zweiten Versuch starten würde. Pilatus hingestellt, Brille zurecht gerückt, und dann wieder beherzt Gas geben. Das Modell will rechts an die Wand, aber Andy korrigiert gekonnt und schwupp, schon ist die Pilatus in der Luft. Und wie? Sie beschleunigt zügig und erreicht eine relativ hohe Geschwindigkeit. Ungemütlich nahe zischt die Porter über den Kopf des Piloten und nahe an den Zuschauern vorbei. Natürlich begleitet von einem Riesengejohle und Bemerkungen. Nach 2 aufregenden Runden versagen Andy wohl die Nerven. Der Pilatus fliegt geradewegs in die Fensterscheibe und bricht beim runterfallen auseinander. Riesenapplaus ertönt für Andy und sein STAUNER-Modell. Ruhe. Mr. Hyde!

Die Nummer 3 ist Chregu mit seiner B-2. Ohne Fahrwerk. Ein Schmeissgeier also. Ich melde mich, ihm das Modell zu starten. (Mr. Hyde: Hehehehe!) Nach den letzten Ruderkontrollen, gibt Chregu beherzt Gas und ich (nicht Mr. Hyde) DSCF6544übergebe das Teil seinem Element. Einmal rechts fast in den Boden, dann links und dann irgendwie peng, am Boden. Beim zweiten Wurf gehe ich ans Ende der Halle und übergebe die B-2 in Längsrichtung der Halle. BOAH EY! Das Teil fliegt denn geil! Aber da es ja der Zweitflug ist, und die Ruderabstimmung noch nicht optimal ist, endet der 2. Flug auch etwas unsanft am Boden. Aber die Ansätze, welche das Teil gezeigt hat, versprechen einiges. Auch Chregu wird mit einem Riesenapplaus belohnt. Sind sie noch da, Mr. Hyde?

Das Modell von Hans, trägt die Nummer 8. Der Duplo-Pilot sitzt stolz oben drauf und wartet auf seinen Flug. Ein Werfer schmeisst das Modell in die Luft und es fliegt! Eine Steilkurve und landet etwas unsanft, aber unter tosendem Gejohle. Beim 2. Versuch ist dann alles etwas besser, der Flug dauert auch etwas länger. Nur die Landung gleicht der Ersten. Applaus, dumme Sprüche und gejohle belohnen den Einsatz von Hans. Mr. Hyde?

Gogi wollte unbedingt die Nummer 9. Wegen RO 9. Er stellt seinen Papierkorb mitten in die Halle. Läuft hinter die Pilotenbank und macht sich bereit. Er gibt Gas. Man hört das Aufjaulen des E-Motors, und ganz langsam hebt das Rohr richtung Hallendach ab. Und in dieser Haltung schwebt das Rohr unter riesigem Gelächter und Gejohle in der Halle herum. Also Torquen hat das Teil voll im Griff. Beim landen fällt das Rohr um, aber nicht auf das Fahrwerk. Gogi gibt Gas. Wie ein Raketenwurm düst das Teil am Hallenboden hin und her, bis es Gogi wieder aufstellt und nochmals das Torquen vorführt. Einige finden, dass man dem Teil unten etwas Brennsprit-geschwängerte Watte anhängen und es doch als Heissluftballon einsetzen solle. Natürlich ernten solche Bemerkungen enormes Gelächter. Mit riesigem Applaus wird Gogi für sein Engagement und seine Hartnäckigkeit belohnt.

Kommen wir zum letzten Kandidaten, Alex. Sein Nachbau des Papierfliegers fliegt so, wie der Papierflieger auch, meint ein Zuschauer. Aber, es fliegt sehr gut und Alexander rettet das Teil aus der Einen oder Anderen heissen Flugphase. Klar, dass dafür Applaus und Gelächter garantiert sind. Auch ich amüsiere mich köstlich. Aber Mr. Hyde?

Nach den Flugvorführungen, während welcher die Punktzahlen für jeden Teilnehmer auf die Bewertungsblätter notiert werden, wird wieder fleissig geflogen. Ich gehe die Bewertungsblätter auswerten. Ganz alleine. Ohne Mr. Hyde. So, dass ich gegen 11 Uhr die Rangverkündigung vornehmen kann. Kurz vorher stellen Chai und ich noch kurz Schwedenbalken als Siegerpodeste auf. Andreas hat dann gleich versucht, mit seinem Modell auf diesen Flugzeugträgern zu landen. Die Sieger durften danach auf dem Improvisations-Podest ihre Freude über ihren Erfolg zeigen. Den ersten 3 werden die Gutscheine, welche Chregu für den RACER organisiert hatte, übergeben. Die Herren freuen sich natürlich über diesen „Zustupf“.

Und hier die Rangliste im Detail:

1. Gogi mit seinem „Papierkorb“, er erhielt insgesamt 191 Punkte
2. Alex mit seinem „Papierflugi“, er erhielt insgesamt 174 Punkte
3. Chregu mit seiner B-2, er erhielt insgesamt 151 Punkte
4. Andy mit seinem Pilatus-Porter, er erhielt insgesamt 146 Punkte
5. Hans mit seinem „Duplomat“, er erhielt insgesamt 131 Punkte
6. Ich mit meinem „Pylon-Racer“, ich erhielt insgesamt 124 Punkte

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Die Abmachung, welche Gogi und ich am Anfang vorgesehen hatten, stimmt wieder. Er Erster, und ich letzter.

Der gemütliche und sehr unterhaltsame Abend geht dann wirklich so weiter, wie man es gewohnt ist. Adrian zerhackt Andy ein Kleinmodell, Andreas zeigt uns sein Können, Tim Rütimann seinen Impeller-Habu, der mit einem gejaule und hoher Geschwindigkeit durch die Halle jettet. Und so geht das weiter bis um 2 Uhr nachts. Da löscht Andreas das Licht und schliesst die Arena.

Ich habe noch lange gebraucht, um Mr. Hyde zu trösten. Er hat einen besseren Rang erwartet. Er dachte, mit der Flugwertung wäre es möglich gewesen, einige Ränge gut zu machen. Am Schluss konnte ich ihn überzeugen, dass wir nächstes Jahr nochmals einen Anlauf nehmen. Er hat mir in der Nacht auch schon zugeflüstert, was es werden soll. Also, WIR zwei sind nächstes Jahr wieder dabei. Du auch?

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2 Antworten zu Die Nacht der scharfen Augen; 2. Indoor-Night 19.12.2015

  1. Kilian Disler schreibt:

    Danke an Chai und Heinz für die ganze Organisation und Sponsoring; danke an Manu für den spassigen ‚STAUNER‘ sowie seinen Beitrag für unsere Homepage! Auch gratuliere ich allen Teilnehmer des Eigenbau-Events, die sich sichtlich in’s Zeug gelegt haben, Bravo! Hat Spass gemacht, hoffentlich nächstes Jahr wieder 🙂

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  2. M schreibt:

    Auch von mir nochmals herzliche Gratulation den ersten 3! Und allen Teilnehmern vom STAUNER ganz lieben Dank fürs Mitmachen. Heinz für die Getränke und den 2 „jungen“ für die gute Idee und dann noch Chai für die Hallenmiete. Und Allen frohe Festtage!

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