Erstflug eines „Vereinsschleppers“

Frühlin-007E. Japichino Nein, nicht so ein Schlepper, sondern ein Modell-Segelflugzeug-Schlepper, oder Schleppmaschine. Das Wetter ist toll und ich habe die 10S-Kraftwerke von Hacker geladen. So gegen 14 Uhr mache ich mich auf den Weg auf unser Plätzli. Schon von weitem erkenne ich die Orange Sicherheitsjacke von Chregu, das karrierte Hemd von Kilian und die einzigartige Silhouette von Heinz. Auch habe ich ihn daran erkannt, dass er gerade seine Venom gestartet hat. Geil so ein Teil.
Ich lade meine Porter aus und stelle sie zusammen. Mit meinem Transport-Rampen-Wägeli rolle ich die ganze Chose zum Modellabstellplatz. NEIN! Die Konstruktion des Hauptfahrwerkes erweist sich als nicht so tauglich zum Rollen. Die Gewindestifte lösen sich, und die Federbeine rutschen aus der Verankerung. Nach der Begrüssung von allen Anwesenden, hole ich Werkzeug aus dem Auto und versuche das Fahrwerk so zu mechen, dass es für einen Flug reicht. Das obligate Foto vor dem Erstflug muss natürlich noch gemacht werden. Kilian porträtiert mich dann mit meinem neuen Schlepper-Ding. Danach mache ich meine Pilatus bereit für den Erstflug. Akkus rein und gut befestigt. Sender einschalten. Richtiges Modell am neuen Sender eingestellt. Die Motoranlaufsperre einschalten. Alles gut. Modell einschalten. Ruderkontrolle: Rechts – Rechts; Links – Links; Rauf – Rauf; Runter – Runter! Alles gut. Motoranlaufsperre ausgeschaltet und Motor anlaufen lassen. Prima. Ich lasse den *Fredy“, so heisst diese Ausführung des Porters, auf die Piste rollen. Letzter Rudercheck. Gasknüppel nach vorne und die Nerven sind schlagartig ruhig. Dies auch, weil Heinz neben mich gestanden ist und ruhig auf mich einspricht. Schon mit Halbgas hebt das Modell nach 5 Metern ab. Ich traue noch nicht vollgas zu geben. Erst mal warten, bis ich etwas höher bin. Etwas nach links trimmen, und schon fliegt das Teil wunderbar gerade aus. Wobei ich nicht weiss, ob das gerade aus ist. Denn der Wind ist in höheren Lagen ziemlich bockig. Das Modell reagiert auf alle Ruder sehr direkt und angenehm, bis auf das Höhenruder. Entweder ist der Schwerpunkt etwas zu weit hinten, oder die Expo-Einstellung etwas zu schwach. Egal, einfach vorsichtig am Höhenruder knüppeln. Heinz berät mich fachkundig, was wir noch testen müssen. Landeklappen erste Stufe, zweite Stufe. Nach einer Tendenz zum Steigen, geht die Porter in einen langsamen Sinkflug über. Prima! So muss es sein. Muss noch optimiert werden, aber fürs erste schon mal gut. Das Modell sieht vor dem blauen Himmel super aus. Farbig bunt und etwas schräg. Eben so wie ich. Mehr wie Halb- oder Viertelgas benötigt der Porter nicht um zügig zu fliegen. Ich gebe mal Vollgas. Hoppla, da ist aber prima Vollmilchschokkolade drin. Der Porter wird unnatürlich schnell. Schnell gehe ich wieder auf Halbgas und drehe friedlich meine Runden. Kilian weist mich ein, wie Frühlin-183ich vorbei fliegen soll, damit es schöne Fotos gibt. So gut wie möglich versuche ich, seinen Anweisungen folge zu leisten. Nun folgen einige Landeanflüge von Murgenthal her. Eklig weht der Wind etwas quer zur Piste. Die Porter schiebt so über der Piste in Richtung Born. In der Zwischenzeit schmeisst Chregu seinen Schmeissgeier X-Mal in die Luft. Ich schreie ihm zu, dass ich landen werde. Heinz kontrolliert den Luftraum und gibt mir die Landefreigabe. „Klappen nur auf Stufe 1 setzen.“ – „Roger!“, und ich setze die Klappen auf Stufe 1. Mit etwas Schleppgas lasse ich die Porter langsam sinken. Frühlin-224Über den Büschen muss ich noch ein wenig Gas geben und danach schwebt der Porter butterweich zu Boden und rollt aus. Wie ich befürchtet habe, ist der Seitenruderausschlag etwas zu gering, zumindest am Boden. Vor lauter Freude, habe ich die Wirksamkeit im Flug gar nicht ausprobiert. Beim nächsten Mal dann. Beim Versuch zurück zu rollen, springt das Federbein des Fahrwerkes wieder aus der Halterung. Sch….eibenkleiser! Also gehe ich mein Modell holen.
Soweit, so gut! Alles hat mehr oder weniger gut geklappt, das Modell ist noch ganz, was will man noch mehr? Ich geniesse noch den warmen Nachmittag auf der Bank mit Frühlin-359Fachsimpelei und dem Zuschauen, wie Chregu und Kilian ein Schmeissgeier-Schmeiss-Ballet veranstalten. Kilian ist ein guter Lehrer. Chregu ein guter Schüler. Nach einigen Trimmeinstellungsänderungen an seinem Modell, fliegt Chregu das Teil fast wie ein Profi. Später am Nachmittag gesellt sich noch Gogi zu uns. Wir schauen nun Heinz zu, wie er seine Venom am blauen Himmel herumhetzt.
Zufrieden trete ich den Heimweg an mit einem Modellflug-Nachmittag mehr auf dem Konto. Sicher und hoffentlich nicht der letzte!

Dieser Beitrag wurde unter Beiträge, Beiträge 2016 abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Erstflug eines „Vereinsschleppers“

  1. Kudi Eich schreibt:

    Gratulation Manu zum erfolgreichen Erstflug.

    Liken

  2. M schreibt:

    Danke Kudi. Beim Porter braucht es etwas länger, um das Teil zusammen zu stellen.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s