„Rothrist, we have a Problem!“ ;-)

Thomas Lütolf Erstflüge haben ihre eigenen Gesetze. Das ist nicht neu. Und wenn das Dreamteam Lütolf/Lütolf am Start steht, ist meist für erhöhten Unterhaltungswert gesorgt. Eingeweihten ist das E-Tomcat-Vorkommnis vom Frühling 2015 noch in bester Erinnerung.

T-28 im Flug

Vor dem Start ist die Welt noch in Ordnung

Vor dem Start ist die Welt noch in Ordnung

Man schreibt Sonntag den 3. April 2016. Wir haben Grosses vor, im wahrsten Sinn des Wortes. Es gilt monumentale fünfeinhalb Kilo Carbon-Z-Schaum, zwei Meter mal eins sechzig, in Form der E-flite T-28 Trojan erstmals in die Luft zu bringen.

Alles war schon Zuhause doppelt und dreifach überprüft worden. Nun noch einmal die Piste hinunter gerollt und wieder hoch. Das Einziehfahrwerk hält. Jetzt gilt’s ernst. Sauberes Line-up und nochmal kurz mit allen Rudern gewackelt. Der Pilot Yan, cool wie immer, schiebt den Gashebel nach vorne, und ab geht die Post. Der Schreibende (und Sponsor der T-28) hingegen steht kurz vor dem Herzkasper.

Davon unbeeindruckt hechtet die T-28 nach wenigen Metern in die Luft und gibt vom ersten Moment an ein wunderschönes Scale-Flugbild ab. Der weiss/rote Trainer-Anstrich der US-Navy ist ein echter Hingucker. Würde nicht der kernige Sound des 9-Zylinder-Sternmotors fehlen, man glaubte eine richtige Trojan über Rothrist zu sichten.

Fliegerisch passt alles. Es gibt kaum etwas zu trimmen, und die AS3X-Stabilisierung versieht ihren Dienst ausgezeichnet. Der Chefpilot Yan lobt die Flugeigenschaften in den höchsten Tönen.

Für einen Erstflug reicht es jetzt aber. Nach vier Minuten Flug wie aus dem Werbevideo soll eine ebensolche Landung folgen. Also nach Lehrbuch: Downwind-Leg Richtung Westen, Klappen voll, Fahrwerk raus.. – Sieht super aus! – Eindrehen auf die Pistenachse.

Plötzlich tönt der Pilot: „Wow, der zieht nach … Mann! … Da ist glaub‘ ich was abgefallen!“. Die Ereignisse überstürzen sich. Ich sehe die T-28 schon irgendwo bei Murgenthal in die Aare stürzen. Yan hat aber einmal mehr Nerven wie Drahtseile, fängt den angeschlagenen Vogel wieder auf und landet nach einem hanebüchenen Endanflug sicher und punktgenau auf der Piste vor unseren Füssen.

Tolles Modell- aber mit abgerissener Landeklappe… 😦

Erst jetzt können wir erkennen, was da abgefallen war. Die linke Landeklappe ist weg. Wie konnte das geschehen? Die Klappen sind ab Werk montiert, wir konnten diesmal nichts falsch gemacht haben. Scharniere ausgerissen? – Weit gefehlt. Scharniere gibt es nicht, zumindest nicht an den Landeklappen. Denn trotz ihrer Grösse ist die T-28 halt immer noch eine Schaumwaffel. Klappen werden beweglich indem man zum Flügel hin einen schmalen biegsamen Schaum-Steg stehen lässt. In der Regel brechen diese Stege erst nach x-hundert Bewegungszyklen. In unserem Fall war es halt schon nach dem zehnten Mal. Billiger Mist für 670 Franken, BNF.

Schon vor dem Schaden war ich zur Ansicht gelangt, dass bei diesem Modell das Engineering nicht ganz mit der Grösse hat mithalten können. Das werde ich mir noch genauer ansehen.

Wir wollen jetzt aber nicht über die Unzulänglichkeiten der Technik lamentieren, sondern freuen uns: Erstens über das gute Aussehen und die guten Flugeigenschaften der T-28. Zweitens, dass die Landeklappe dank ausgedehnten Spaziergängen in den Aare-Auen wieder gefunden werden konnte. Und drittens über eine reife fliegerische Leistung. Bravo Yan!

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2 Antworten zu „Rothrist, we have a Problem!“ ;-)

  1. Kudi Eich schreibt:

    Gratulation an den guten Piloten, dass er diese kritische Situation gerettet hat.

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  2. M schreibt:

    Uff, das ist noch mal gut gegangen. Erinnert Ihr Euch noch an den Absturz des Jumbo Jets in Holland? Oder warum die legendäre Tsunami verloren ging? Genau! Beim Jumbo kam nur eine Landeklappe raus, das reichte, um den Vogel abstürzen zu lassen. Das gleiche Schicksal ereilte den Piloten der Tsunami. Was folgern wir daraus? Yan hat seine Sache sehr bravurös gemeistert! Auf alle Fälle besser, wie die oben genannten Piloten. Gratuliere ganz herzlich!
    Wegen dem abgefallenen Teil: Modell retour bringen und Ersatz verlangen. 670.- CHF sind kein Pappenstiel. Bei dem Preis dürfte man doch verlangen, dass zumindestens die wichtigsten Teile am Modell bleiben.
    Ach ja, da wäre noch was! Ich finde es toll, endlich mal einen Beitrag kommentieren zu dürfen, welcher nicht von Kilian, Heinz, Andreas oder mir selber ist. HAHAHAHA Danke Thomas.

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