Segelfliegen und Pace-Treffen auf der Tannenalm

Dazu eine kleine Vorgeschichte:

E. Japichino Vor einem Jahr haben wir auf der Tannen-Alm bei Birgit gleich für dieses Jahr gebucht. Eigentlich in der Woche mit Ostermontag drin. Die Horror-Wetter-Woche mit viel Schnee und Kalt. Aber es waren keine Zimmer frei, in eben dieser Woche. Also haben wir unseren Termin kurzerhand auf den 1.5. bis 6.5. 2017 geschoben. Im Laufe des Jahres 2016 habe ich dann erfahren, dass in dieser Woche auch gleich das Pace-Treffen stattfinden soll. Pace, das sind die schwarzen Modelle, welche so schnell fliegen, wenn sie denn mal oben sind. Daniel Lesky, der Gründer und Besitzer von Lesky Composite, fertigt jedes Modell höchstpersönlich an. Darum sind die Lieferzeiten entsprechend. Er hat zum 10 Jährigen Bestehen seiner Firma das Treffen auf der Tannen-Alm organisiert. Helmut Kröll, der Besitzer der Tannen-Alm, war hocherfreut darüber.

Am Wochenende vor der Abreise meldet jeder der Teilnehmer der Segelwoche auf WhatsUp die aktuelle Wetterprognose für Stummerberg der Folgewoche. Je nach dem, welche Wetterseite das bessere Wetter bietet, wurde dieses genommen. So oder so sieht es echt übel aus! Regen, Regen, Regen und Temperaturen so um die 0 bis 6 ° Celsius. Au weia! Bei solchen Prognosen nehme ich doch einige Bücher mit, welche ich dann bei Regen im gemütlichen Zimmer auf der Tannen-Alm lesen kann.

Am Montag, 1.5.2017, treffen wir, Gusti, Ueli M., Ueli S. und ich, uns auf der Raststätte Kölliken Süd. Nach einem Kaffee und einer kleinen Stärkung, geht es im Dauerregen Ostwärts in Richtung Tyrol. Im Trofana Tyrol stösst Jens noch zu uns, und wir essen noch eine Kleinigkeit zu Mittag, bevor wir dann auf der Tannen-Alm unsere Zimmer beziehen. Die Landewiese hier oben ist vom Schnee wunderbar weiss verziert. Und es sitzt sich viel wärmer drinnen wie auf der Terrasse. Die armen Raucher. Die Begrüssung durch Birgit und Helmut ist sehr herzlich. Und dies nicht nur weil wir zahlende Gäste sind, sondern weil Birgit und Helmut einfach so sind. Da wir uns auf der Tannen-Alm bereits etwas auskennen, laden wir die Modelle aus und beziehen «unseren» Modellraum. Schnell noch ein, zwei Modelle zusammengestellt, dann ist bereits Zeit für ein Radler oder einen Kaffee. Nach dem Einräumen ist es bald Zeit für das Nachtessen. Gusti bestellt sich am ersten Abend, da er Lust auf Spätzli hat, Schweinsfilet an einer Pilzsauce mit Spätzli. Da er die Grösse der Portionen noch nicht kennt, ist er eine Minute sprachlos, als ihm der Teller vorgesetzt wird. „Das ist ja Wahnsinn! Und gut ist es auch noch!“, vermeldet Gusti. Die Mehrheit von uns hat nach dem Hauptgang genug. Doch die ganz Verwegenen bestellen noch ein Dessert, ein kleines, so, ein Teller voll Kaiserschmarrn. Während des Essens, begrüsst uns Helmut offiziell zum Pace-Treffen. Er bedankt sich, dass Daniel das Treffen auf der Tannen-Alm durchführt. Nach ein paar Marillenliqueurs und Zirpenwasser ist das schlechte Wetter vergessen, und wir begeben uns zur Nachtruhe.

Von Dienstag bis Samstag Morgen ist das Wetter gut, bis sehr gut, bis phantastisch.

Das Wetter besserte sich sichtlich! :-))

Pace-Treffen

Am Dienstag tauchen aus allen Modell-Abstell-Räumen die schwarzen Modelle auf, und werden geflogen, dass die Luft brennt. Selbst Gusti, und der meistens sehr kritische Ueli S., sind von den Flugleistungen dieser Exoten überzeugt. Nuer Ueli M. kann an den rabenschwarzen Modellen nicht so Recht Gefallen finden. Ein Gruppenbild mit allen anwesenden Pace-Besitzern und einer Auswahl der Modelle wird gemacht. Und dann wird den ganzen Tag weiter geflogen. Die Stimmung ist sehr angenehm und die Disziplin sehr hoch. Wohl auch, weil Stephan Eich, der Chef von Modellpilot.eu, mit einem Pace VX 4.9, und seiner ruhigen Art für eine gewisse Autorität sorgt. Auf alle Fälle kommt nie Hektik auf und es ist für alle eine Freude, die gute Thermik mit gleichgesinnten zu geniessen.

Am Mittwoch ist am Morgen fliegen möglich. Gut möglich! Bis uns am Nachmittag der Regen für ca. eine Stunde in die Gaststube jagt. Und was kommt nach einer Front? Genau, die Rückseite! Und was für eine! Wer konnte, holte sofort sein Modell hervor und übergibt dieses der starken Thermik, welche bis spät am Abend die Modelle antreibt. Klar, dass am Abend alle kleine Pilotis Restaurantis sind, und ihre Erlebnisse zum Besten geben. Die Stimmung ist ausgelassen und heiter. Das Essen gut und das Zirpenwasser und die Marillenliqueure tragen dazu bei, dass man nachts besser schläft.

Am Donnerstag ist Jens’ letzter Tag. Zum Glück! Einige Landgenossen von ihm fahren ein, im wahrsten Sinne des Wortes. Und sie ernten den Unmut aller Teilnehmer, welche bereits seit Montag auf der Tannen-Alm sind. Den ganzen Tag schmeisst Jens seine Schaumwaffeln und andere Teile in der Gegend herum. Erfolglos. Am Nachmittag überrede ich Ihn, ja zwinge ihn dazu, seinen Airfish mittels Gummistart in die Thermik zu starten. Nach anfänglichem Zögern, und entschiedenem Zusprechen meinerseits, gibt Jens nach und lässt mich den Airfish mit dem Gummiseil starten. Ein Bilderbuch-Start legt Jens’ Holzflieger hin. Am Scheitelpunkt will sich der Gummi nicht vom Modell lösen, da schreie ich Jens zu, er solle drücken. Ja, da klappt es auch mit dem Nachbarn. Und dann geht dieses blöde Steigen los, bis an die Sichtgrenze! Na also! „Und wie kriege ich das Modell wieder runter?“, schreit Jens hilfesuchend mir zu. Vrillen! Das Entsetzen in Jens Gesicht ist nicht zu beschreiben. Aber auch Gusti spricht ihm gut zu und unter seiner weisen Anleitung, klappt dann auch der Abstieg und die Landung perfekt. Was für ein Tag! Vor allem für Jens. Den wird er so schnell nicht mehr vergessen. Der Abend glich dann wieder den Vorabenden, in etwa.

Und auch am Freitag bewahrheitet sich die düstere Wetterprognose von der Vorwoche überhaupt nicht. Da am Morgen noch einige Feuchtigkeitsschwaden die Flugfreude trüben, versuchen Gusti und ich meinen Crossfire, den ich am Tag zuvor fast verloren hätte, neu zu programmieren. Geschlagene 3 Stunden schraubten und programmierten wir herum. Am Schluss war alles so, wie es sein sollte, aber keiner wusste warum. Zu Hause habe ich dann im Internet die Lösung gefunden, und innerhalb von 10 Minuten war das Modell richtig programmiert. Die Strahlende Sonne, ab und zu gedämpft von Cumuli, heizte uns und den Modellen am Nachmittag ein. Bis am späten Nachmittag konnte geflogen werden was die Modelle hergaben. Bei Einsetzen der Kühle beginnen wir unsere Modelle auseinander zu bauen, zu reinigen und in den Transporttaschen und in den jeweiligen Autos zu verstauen. Gegen 19 Uhr ist Abendessen angesagt. Ueli M. und ich haben auf Anfrage Haxe bestellt. Ich eine kleine, zum Glück. Kurz davor treffen wir uns, die guten, im kleinen Saal und formieren uns vor dem Fernseher. Wir wollen um viertel nach Neun die Sendung von Stephan anschauen. Aber bis dahin müssen wir arbeiten, und wie! Meine Haxe ist so was von gross, und die von Ueli so was von noch grösser! Ich habe es noch selten erlebt, dass Ueli gesagt hat, dass er nicht mehr essen mag. Das ist das erste Mal. Als die Sendung „Die Modellbauer, das Duell“ beginnt, wird es ruhig im Saal. Zwischenrufe und lustige Bemerkungen lockerten die Berichterstattung der 2 Gruppen, welche Jet-Modelle bauen, auf. Stephan Eich war mir vorher nicht so sympathisch. Aber ich muss meine Meinung komplett revidieren. Er ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse mit einem enormen Wissen und Weitblick, ob im Modellbau oder im Leben. Ich bin sehr froh, dass ich Ihn kennen lernen durfte. So einen für den Modellbau engagierten Mann mit seinen Fähigkeiten tut dem Modellbau sehr gut. Die Sonne und der Wind forderten ihren Tribut. Schon relativ früh verschwanden einige in die Zimmer, währen andere noch mit Helmut diskutierten und …..

Am Samstag Morgen ist das Wetter immer noch besser wie vorhergesagt. Wir frühstücken ausgiebig und laden die Autos fertig. Einige von uns kaufen dann bei Helmut noch feinen Schinken und Speck und seine Landessieger-Wurscht ein. Nach Bezahlung der Zimmer und Waren ist das Abschied nehmen unvermeidlich. Wir sind nahe an den Tränen. Stephan Eich umarmt uns alle, so hat er uns ins Herz geschlossen. Und auch alle anderen, welche wir während des Pace-Treffens kennen lernen durften, sind traurig, dass die Woche schon vorbei ist, und wir uns trennen müssen. Aber dank Facebook ist man noch ein wenig in Kontakt. Und los geht die Heimfahrt. War die Hinfahrt sehr zügig und problemlos vonstatten gegangen, so artete die Heimfahrt in einen Nervenkrieg aus. Der Baregg-Tunnel ist verstopft. Kein durchkommen. Mein Versuch, den Tunnel reinzulegen und durch Baden zu fahren, wird mit einer Strafzeit belegt. Aber schlussendlich sind wir alle wohlerhalten wieder zu Hause angelangt, und freuen uns, die Einen zumindest, wieder auf das nächste Jahr.

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