GS auf der GS (Segelflugweekend Grosse Scheidegg 29./30.6.2019)

E. Japichino Ja, mit diesem Satz kann man das Segelflug-Wochenende vom 29./30 Juni dieses Jahres auf der Grossen Scheidegg (GS) auf den Punkt bringen. Ein grosses Schwitzen (GS) war prognostiziert und traf auch zu.

Wie von Kirstin versprochen, sind wir die einzige Modellfluggruppe, welche dort ist. Am Samstagabend besuchen uns einige Mitglieder der Ortsansässigen Modellfluggruppe, und am Sonntag vergnügt sich ein Modellflieger aus dem Kanton Nidwalden („Reissäckeler“) mit seinem Elektrosegler am oberen Startplatz. Das war‘s auch schon mit NichtDerModellfluggruppeRothristAngehörende.

Am Freitag fahre ich am Morgen bei schon „angenehmen“ 23 Grad Richtung Bern – Interlaken – Grindelwald los. Um diese Zeit hält sich der Verkehr in Grenzen und ich komme gut voran. Nach einem „Vogelnest“ (Cervelat-Salat auf Rösti, ohne Bild) im Restaurant Wetterhorn, fahre ich gemütlich die Strasse zur grossen Scheidegg hoch. Dort treffe ich auf Gogi, der bereits einen Tag früher angereist ist. Nach der Begrüssung und einem kühlenden Trank, und nachdem auch Jens, Hans und Edi eingetroffen sind, laufen wir im Schweisse unseres Angesichts zum oberen Startplatz hoch. Ein Sonnenschirm ist Pflicht und die Sonnenschutzcreme mit Minimum Faktor 30 auch. Trotz der kühlenden Brise, heizen die Sonnenstrahlen die Haut recht heftig auf. Wir sind so gegen 15:30 Uhr oben. Bezüglich Thermik ist noch nicht der Bär los, aber das ändert sich ziemlich schnell, so gegen 16 Uhr. Und wie!! Gogi’s Ka-8 will trotz voll ausgefahrenen Störklappen nicht runter kommen. Deshalb holt er, nachdem er seine Ka-8 zur Landung gezwungen hat, kurzentschlossen seine ASW-28, mit der Blondine am Steuerknüppel, und jagt diese in der Luft herum. Auch die Modelle von Hans, Jens und Edi haben Probleme mit dem herunterkommen. Mein schwarzer VX2 kommt mit diesen Verhältnissen gut klar. Herunter stechen und herumturnen und dann innerhalb von einer halben Minute wieder auf über 300 m steigen und dann wieder ….. ! nor eso zom säge! Alle geniessen diese phantastische Stunde. Dann flaut die Thermik ab und man kann sich nur noch mit Leichtwindseglern oben halten, also nicht mit dem schwarzen Bomber.

Nach dem ausgezeichneten Nachtessen, von einer engagierten Serviertochter serviert, geht es wieder an den Hang. Ich baue meine FS4000VXL auf, und freue mich auf einen GutenAbendJudihui-Flug. Das hätte ich lieber sein lassen, bzw. vor dem Start nochmals alles kontrollieren sollen. Mein Modell bricht aus und landet auf dem Randbogen. Flügel weg, aber ganz. Bandage-Halterung sei dank. Der Rumpf so stark zerstört, dass an eine Reparatur nicht zu denken ist. Sche….! Meine Kollegen  indessen, geniessen noch einige ruhige Thermikflüge, bevor wir nach dem guten Nachtessen bei angenehmen 17 Grad auf der Terrasse noch einen vom Wirt zu meinem Geburtstag offerierten Wein geniessen. Wir erfahren auch, dass Kudi aus gesundheitlichen Gründen nicht am Weekend teilnehmen kann. Mittlerweile geht es Ihm wieder besser, worüber wir alle froh sind.

Das Frühstück am Samstagmorgen ist gut. Ganz gut sind der Schinken, der frische Zopf und der Käse, welcher vermutlich aus regionalem Anbau stammt. Später treffen noch Andi mit Carola und Chregu mit Nico ein. Nico ist eine echte Bereicherung für dieses Wochenende. Selbstständig fliegt er die Schaumwaffeln, welche die beiden mitgeschleppt haben. Auch holt er diese, und die seines Vaters, wenn der Landeplatz nicht erreicht werden kann. Ihm zuzuschauen, wie er konzentriert aber locker die Modelle steuert, als würde er dies schon seit Jahren machen, ist eine wahre Freude. Andi jagt seinen alt bewährten Demo herum. Auch mit seinem schönen Salto wagt er einen Flug, aber die Thermik hat schon wieder abgebaut. Auch an diesem Tag hält sich die Thermik an ihren engen Zeitplan. Von ca. 16 bis 17 Uhr gibt sie Vollgas, um sich danach wieder auf ein moderates Mass einzupendeln. Auch an diesem Tag wird viel geschwitzt. Alle versuchen den Schattenplatz unter dem Sonnenschirm nur wenn nötig zu verlassen.

Das wegen einem unerfreulichen Zwischenfall um ca. 30 Minuten verspätete Nachtessen, Spaghetti mit 3 verschiedenen Saucen (Arrabiata, sehr scharf, ihr könnt Gogi fragen, Bolognese und Pilzsauce) mit grünem Salat, beginnt nicht unter einem guten Stern. Die Spaghetti sind kalt (nicht gerade heiss). Doch Jens weiss Abhilfe und bringt die Teigwaren auf eine schletzfertige Temperatur. Nicht alle am Tisch sind von der kulinarischen Qualität gleich begeistert. Doch einige schöpfen bis 3 Mal und schlagen sich den Wamst voll. Nach dem Essen geht es auf die Terrasse, wo wir bei einem kühlen Getränk, heissen Gesprächen und angenehmen Temperaturen den Abend ausklingen lassen. Erfreulich fällt auf, dass man auf der Terrasse nicht überaus lange vor leeren Gläsern oder Flaschen sitzen muss. Die Serviertochter fragt immer wieder nach und bringt zeitnah das Bestellte an den Tisch. Aber spätestens um 23 Uhr zollt die Hitze des Tages seinen Tribut, und alle fallen erschöpft in die Federn. Dank einem guten Lüftungsregime, konnte die Temperatur im Massenschlag im vernünftigen Rahmen gehalten werden.

Am Sonntag merken wir, dass es ein besonders heisser Tag werden wird. Und dies, obwohl die Berner Kantonsfahne bei der Natel-Antenne schon kräftig flattert. Bereits vor dem Frühstück ist es heiss und unangenehm. Nach dem Frühstück sitzen die Einen auf die Terrasse (Schattenseite) und geniessen noch einen KaMAus (Kaffee mit Aussicht). Hier ist die Temperatur noch zum Aushalten. Die Anderen sind bereits am Packen, aber nicht der Modelle. Gegen 11 Uhr sind wir alle am Startplatz und drängen uns unter die Schirme an den rettenden Schatten. Ausser natürlich die, welche am Fliegen sind. Nico wird, altersbedingt, nicht müde vom Modell schmeissen, holen, wieder schmeissen und so weiter. Ich werde schon vom Zuschauen müde. Die Thermik lässt heute sehr zu wünschen übrig. Auch mit Leicht-Schaumwaffel-Modellen und Wurfgleitern aus Carbon lässt sich eine bestimmte Höhe nur kurzzeitig überschreiten. Andi versucht sein Glück mit seinem Demo. Aber auch das High-Tech-Gerät muss klein bei geben. Ich packe meine Modelle schon gar nicht aus. Für schwere Modelle ist das nicht die geeignete Wetterlage. Dafür klappt es mit dem Gruppenfoto sehr schnell. Tia, wenn Jens ruft, dann…! Danke an Carol, dass Sie die Gruppenbilder gemacht hat. So konnte ich auch mit aufs Bild. Am frühen Nachmittag packt Jens seine sieben Sachen und fährt Richtung grossen Kanton los. Etwas später verlassen Andi und Carol die Grosse Scheidegg Richtung Heimat. Kurz darauf mache auch ich mich auf den Weg.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass dies wohl das heisseste Weekend auf der GS war, was ich erleben durfte. Thermisch stachen der Freitag und der Samstag mit leider nur kurzen Höhepunkten hervor. Da haben wir schon ganz andere Weekends erlebt. Jan, der Wirt der Grossen Scheidegg, und sein Team haben sich massiv verbessert. Das Essen ist gut, das Personal im Allgemeinen freundlich und zuvorkommend. Ausnahmen bestätigen die Regel, leider. Man musste nicht lange auf dem Trockenen sitzen, bis die Bedienung nachfragen kam. Jens, dem ein grosses Danke gebührt für die Organisation und die Kommunikation mit Kirstin, der Wirtin von der Grossen Scheidegg, übernimmt gleich wieder die Organisation des Weekends 2020. Ihm haben wir es zu verdanken, dass es am Samstagabend Spaghetti a Diskretion gibt. Wobei wir, so Jens, das im nächsten Jahr auch ändern können, z.B. BraRöSa (Bratwurst, Rösti, Salat) oder SchweBraKa.

Der Termin für das Weekend im kommenden Jahr konnte noch nicht ausgehandelt werden. Es dürfte aber entweder der 27./28. Juni oder 4./5. Juli 2020 sein. Jens wird das noch abklären und uns informieren.

Jetzt, da man bei den Gastgebern den Guten Willen und auch Verbesserungen erkennen kann, freue ich mich auf das Weekend 2020. Es wäre schön, wenn der Eine oder Andere aus unserer Modellfluggruppe auch wieder mit dabei wäre. Und wenn nicht wegen der Gastwirtschaft, so auf alle Fälle wegen dem Fliegen vor beeindruckender Kulisse und der Kameradschaft.

Euer Präsi Manu

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2 Antworten zu GS auf der GS (Segelflugweekend Grosse Scheidegg 29./30.6.2019)

  1. M schreibt:

    Also, bevor jemand noch merkt, dass ich einen Stuss geschrieben habe, hier die Korrektur:

    GOGI hat eine ASW-24 und nicht 28!!

    Aber heute sieht eh alles gleich aus! 🙂
    Gruss M

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  2. Jens Michel schreibt:

    Da gibt’s nichts hinzuzufügen, Merci Manu für den Bericht und die Fotos 🙂

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